The Navigator

(Der Navigator)

Buster Keaton, Donald Crisp, 1924 (IMDb)




Der Regisseur


  • Zählte neben Charlie Chaplin und Harold Lloyd zu den erfolgreichsten Komikern der Stummfilmzeit
  • Hatte die Angewohnheit ohne Drehbuch zu arbeiten: ihm war der Anfang und das Ende eines Films wichtig, ansonsten wurde während des Drehs improvisiert
  • War immer außerordentlich interessiert an Filmtechnik, insbesondere Kameratechnik
  • Bei Keaton auch Reflektion des Mediums, z.B. Referenzen an andere Filme, die einem breiten Publikum bewusst gemacht werden (Beispiele: Person tritt aus filmischem Raum in Leinwand; Filmszene als Vorbild für das Leben)
  • Filmische Reflektion und Experimente immer im Dienst der Geschichte
  • Hat immer auch surreale Szenen in seine Filme eingebaut, z.B. Massen von Polizisten oder uneben verlegte Gleise
  • War selbst sehr akrobatisch, hat teilweise lebensgefährliche Stunts selbst gemacht, aber auch mit anderen Zirkusartisten gearbeitet
  • Durch Stunts: Körperlichkeit wird reflektiert, Übertreibung der eigenen Körperlichkeit
  • Wies immer präzises Timing auf
  • Hat für The Cameraman (1928) einen der ersten Kräne ausgeliehen

Keatons Aufwand:
  • Hat immer sehr teuer produziert
  • Meist spontan aufwändige Einfälle
  • Eigentlich problematisch, aber seine Filme waren meist enorm erfolgreich, tolle Einspielergebnisse, großer Cash Flow

Keatons Filme:
  • Wie auf dem Reißbrett entworfen, aber sehr intuitiv: Geometrie, Kadrierung, Bewegungen (horizontal, vertikal, diagonal)
  • Art wie er den filmischen Raum entwickelt: sehr geometrisch, fast abstrakte Qualität, fast wie eine mathematische Übung, enorme Strenge im Bild
  • Oft ähnlicher Plot: begehrte Frau, die auf eine bestimmte Art für den Hauptdarsteller unerreichbar ist

Keatons Grundplot:
  • Am Anfang immer: Nicht-Wissen, Ahnungslosigkeit, Naivität, Überforderung, Erfahrungslosigkeit, Verlorensein, "2 linke Hände"
  • Durch Leidenschaft, Motivation, Umstände, Zwänge, Erfordernisse: Lernprozess, Erfahrungsgewinn, Nachahmung, Bewältigung
  • Am Ende übersteigert: Virtuose des Alltags, Experte, Meister, Übererfüllen der Anforderungen
  • Fast philosophisch, existentialistisch
  • Erfahrungspfad, Entwicklungsprozess

Keatons Hauptfiguren:
  1. Aus der sozialen Unterschicht
  2. Großbürgerlicher Nachwuchs, behütet, beschützt, ahnungslos

Hintergrund


  • Großer Aufwand: stillgelegten Luxusdampfer gekauft und seetüchtig gemacht, Unterwasseraufnahmen
  • War an der Kinokasse überwältigender Erfolg
  • Durchbruch für Keaton und Anschluss zu den beliebtesten Komikern seiner Zeit, Chaplin und Lloyd

The Frozen North (1922):

One Week (1920):
  • Gilt als Keatons erster eigener Film
  • Handlung: Ein frisch verheiratetes Ehepaar will sich aus Einzelteilen in Kisten ein Haus selbst zusammenbauen. Dumm nur dass Keatons Rivale die Nummern auf den Kisten vor Baubeginn vertauscht.
  • Großer Aufwand: mehrere Versionen des Hauses (z.B. fahrbar, drehbar), Sturmeffekte
  • Objekt (Haus) als Gegenspieler
  • Form des Hauses spielt auf Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) an
  • Badeszene spielt direkt auf anrüchiges Buch selbigen Titels an
  • Der komplette Film kann im Internet Archive angesehen und auch heruntergeladen werden

The General (1927):
  • Großer Aufwand: Lokomotive gekauft und fahrbar gemacht; Problem: war Schmalspur, so dass extra Gleise gelegt werden mussten
  • War ziemlicher Flop, genauso wie Film danach
  • Danach schloss Keaton einen Vertrag bei MGM; führte zu Keatons Abstieg, weil kein freies Arbeiten mehr möglich

Handlung


Rollo Treadway (Buster Keaton), ein verwöhnter, weltfremder Millionärssohn, beschließt eines Morgens, die Nachbarin Betsy O'Brien (Kathryn McGuire), Tochter eines reichen Reeders, zu heiraten. Noch am gleichen Tag macht er ihr unvermittelt einen Heiratsantrag, den sie allerdings irritiert ablehnt. Die bereits geplante Ozeanreise in die Flitterwochen will der tief Enttäuschte dennoch antreten. Doch wie sich später zeigt, quartiert er sich auf dem falschen Schiff ein: Die Navigator wurde vom Reeder O'Brien kürzlich an einen kleinen Staat verkauft – nun trachten feindliche Spione nach deren Vernichtung, bevor die Mannschaft an Bord gehen kann. Am Hafen wird Betsys Vater überfallen, und während Betsy auf der Navigator verzweifelt nach ihm sucht, machen die Spione die Leinen des Schiffes los...

(mehr zur Handlung in der Wikipedia)