King Kong

(King Kong und die weiße Frau)

Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack, 1933 (IMDb)




Die Regisseure


  • Kämpften beide im ersten Weltkrieg, lernten sich danach 1920 in der Ukraine kennen
  • Haben vor King Kong zusammen Dokumentarfilme mit Spielfilmsequenzen gemacht:
  1. Grass: A Nation's Battle for Life (1925): speziell arrangiert für Kamera
  2. Chang: A Drama of the Wilderness (1927): Fokus auf Exotik, Fremde; Effekt: Bild vergrößert sich bei Elefantenszene um Dramatik zu steigern

Merian C. Cooper:
  • War ein US-amerikanischer Pilot, Abenteurer, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent
  • War eng mit John Ford befreundet: er und Ford waren keine einfachen Menschen, haben sich prima verstanden
  • Cooper hat viele Filme von Ford produziert, z.B. The Quiet Man (1952), Rio Grande (1950) und The Searchers (1956), alle mit John Wayne in der Hauptrolle

Ernest B. Schoedsack:
  • War ein US-amerikanischer Kameramann, Regisseur und Filmproduzent

Hintergrund



Vorgänger:

Creation (1931):
  • Wurde nie fertiggestellt
  • Wirkt heute wie ein Technologietest für King Kong

Storyboards:
  • Extrem wichtig für Planung der Spezialeffekte
  • Waren bei King Kong sehr detailliert

Grausamkeiten & Zensur:
  • Hays Code: Selbstzensur in Hollywood
  • Erotik und Grausamkeiten wurden herausgeschnitten

Fay Wray:
  • Spielte bereits in The Four Feathers (1929) für Cooper und Schoedsack eine Hauptrolle
  • Cooper überzeugte Wray die Rolle der Ann Darrow in King Kong anzunehmen angeblich mit den berühmt gewordenen Worten: "You will have the tallest, darkest leading man in Hollywood."
  • Wray dachte dabei wohl eher an Cary Grant als an einen übergroßen Affen

"Beauty killed the Beast":
  • Eine der bekanntesten Taglines der Filmgeschichte
  • Wurde auch im Remake von Peter Jackson aufgegriffen

Handlung


Regisseur Carl Denham reist mit seiner Filmcrew auf dem Frachtschiff Venture zur entlegenen Insel Skull Island, um dort sein neuestes Werk zu drehen. Die Insel ist auf keiner Karte verzeichnet und nur wenigen Menschen durch vage Überlieferungen ein Begriff. Die Ureinwohner der Insel leben vom Rest der Insel durch eine hohe Mauer getrennt. Bei der Landung gerät die Besatzung in eine Zeremonie der Inselbewohner vor dem Tor der Mauer, die dem lokalen Inselgott Kong gerade eine junge Frau opfern wollen. Als die Kameramänner die Szene filmen wollen, werden sie entdeckt und umstellt. Die Flucht gelingt zwar, doch die platinblonde Hauptdarstellerin Ann Darrow wird in der folgenden Nacht von den Eingeborenen vom Schiff entführt und zur neuen Braut Kongs erkoren.

Zur Ehevollstreckung wird sie im Dschungel festgebunden und muss feststellen, dass ihr zukünftiger Gatte Kong ein gigantischer Gorilla ist. Für Kong ist es Liebe auf den ersten Blick, und er sorgt sich aufopfernd um das Wohlergehen seiner Gemahlin. Unter anderem verteidigt er sie gegen diverse Dinosaurier, die auf Skull Island noch nicht ausgestorben sind. Ein Rettungstrupp, bestehend aus einigen Besatzungsmitgliedern, ist auf eine solche Begegnung mit urzeitlichen Riesenechsen nicht vorbereitet. Der Trupp wird beim Marsch durch den Dschungel fast komplett aufgerieben, bis auf einen Mann. Ann wird dann schließlich von John Driscoll, dem Ersten Offizier der Venture und einzig Überlebenden des Trupps, gerettet. Kong verfolgt sie, er durchbricht das Tor der Mauer und veranstaltet unter den Eingeborenen ein Massaker. Es gelingt Carl Denham aber, Kong mit einer Gasbombe zu betäuben und nach New York zu verfrachten.

Als „King Kong“ soll er in einem Broadway-Theater dem zahlenden Publikum präsentiert werden. Bei der Premiere wird er allerdings vom Blitzlichtgewitter der Fotografen so wild, dass er seine Fesseln sprengt und daraufhin auf der Suche nach Ann durch New York zieht. Auf seinem Weg löst er eine Massenhysterie aus und wirft mit Autos und U-Bahnen um sich.

Er findet seine Gemahlin in ihrem Apartment im Empire State Building vor, nimmt sie in seine schützende Hand und klettert mit ihr bis auf die Spitze des damals höchsten Gebäudes der Welt. Dort setzt er Ann ab und muss sich mehrerer Doppeldecker des United States Army Air Corps erwehren. Schließlich wird er von deren Maschinengewehrgarben tödlich verwundet und stürzt in die Tiefe.
(Quelle: Wikipedia)

Stil


Spezialeffekte:
  • Stop-Motion zur Animation der Dinosaurier und Kong
  • Verschiedene Verfahren zur Kombination von Miniaturen/Modellen und realen Szenen:
  1. Travelling Matte: sich bewegende Masken, mit denen mehrere Einstellungen übereinandergelegt werden
  2. Rückprojektion: Schauspieler vor Leinwand, auf die Modellaufnahmen projiziert werden
  3. Miniaturprojektion: kleine Rückprojektion von Realszenen in Modelle
  4. Matte Paintings: gemalte Hintergründe, die mit realen Szenen und Miniaturaufnahmen/Modellen kombiniert werden
  • Teilweise dazu noch atmosphärische Effekte: Rauch, Nebel

Rückpro:
  • Rückprojektion zeigt Kamerafahrt entlang Miniatur-Dinosaurier
  • Schauspieler laufen scheinbar am Dinosaurier vorbei
  • Sehr gut gemacht

Format:
  • King Kong wahrscheinlich in frühem Tonfilmformat gedreht und später auf Academy-Format gekascht

Schrei und Nebel:
  • Filmteam und Dreh der Schreiprobe als Reflektion über das Filmemachen
  • Wie eine zynische Anweisung ans Publikum zu schreien wie Fay Wray um sich vom Schrecken der Bilder zu lösen
  • Sehr viel Information läuft über den Ton: treibende Musik beim Treiben durch den Nebel, Trommeln als Ankündigung einer Bedrohung, Steigerung der Spannung

Schrei wird Sirene:
  • Schrei der fallenden Frau wird überblendet mit Sirene der heraneilenden Polizei

Sounddesign:
  • King Kong war einer der ersten Filme mit eigenem Sounddesign
  • Sounddesign als spezielle Aufgabe beim Film war erst mit Apocalypse Now (1979) entstanden
  • Tonhöhe der Soundeffekte immer etwas höher oder niedriger als Musikspur: Kombination von Soundeffekten und Musik wie einheitliche, abgestimmte Partitur
  • Vielleicht der erste Tonfilm, in dem auch Dialogszenen mit Musik unterlegt wurden

Leitmotivik:
  • Verschiedene musikalische Themen für Kong und Ann mit Variationen

Mickeymousing:
  • Optische Bewegungen/Ereignisse werden vertont, entweder durch Soundeffekte oder Musik
  • Filmmusikkomponist Max Steiner hat Mickeymousing in King Kong häufig eingesetzt