Ivan Grozny, Teil I

(Iwan der Schreckliche, Teil 1)

Sergei Eisenstein, 1944 (IMDb)




Der Regisseur


  • Internationaler Durchbruch mit dem Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin (1925)
  • Gilt als einer der größten Regisseure und Visionäre der Filmgeschichte
  • War großer Bewunderer von Walt Disney
  • Fertigte selbst Storyboards und Designs an
  • Arbeitete sehr bewusst mit Filmschnitt (Schnitt als die Essenz des Filmemachens)
  • Rücksichtslosigkeit gegenüber der eigenen Karriere, hat Eisenstein mit Orson Welles gemein

Hintergrund


  • Auftragsarbeit von Josef Stalin, sollte Loblied auf Stalin sein, war aber tatsächlich Stalin-kritisch
  • Sollte eigentlich Trilogie werden: Erster Teil (1944) von Stalin noch hochgelobt, zweiter Teil (1946) jahrelang verbannt, Aufnahmen des durch Tod Eisensteins im Februar 1948 unvollendeten dritten Teils konfisziert und größtenteils vernichtet
  • Iwan der Schreckliche war das letzte Filmprojekt Eisensteins

Thematisierung von Stalinismus, Faschismus, Antikrieg:
  • Iwan als Symbol für Stalin
  • Herrscher auf der Grenze des Wahnsinns, Verfolgungswahn insbesondere im zweiten Teil
  • Stalinismus als eine Form von Wahnsinn
  • Schreckensherrschaft, staatlicher Terror
  • Tollkühne Produktion im Mutterland des Stalinismus

Handlung


Mit großem Prunk wird 1547 der 17-jährige Großfürst von Moskau, Iwan, zum russischen Herrscher gekrönt. Der ehrgeizige junge Mann hat große Pläne - er kämpft um die nationale Einheit. Der Tod seiner Frau und Intrigen am Hof führen dazu, dass er dabei zu immer härteren Mitteln gegen seine Feinde greift. Angetrieben von seinen fanatischen Gefolgsleuten wird Iwan IV. mehr und mehr zu "Iwan dem Schrecklichen".

Stil


  • Für damalige Zeit unmodern, höchst theatralisch, expressionistisch
  • Extreme Bildkompositionen
  • Riesige Räume mit sehr kleinen Zugängen (nur gebückt zu durchschreiten)
  • Verwendung von Jump Cuts, erkennbare Schnitte
  • Schattenspiele, Verwendung übergroßer Schatten zur Symbolisierung von Machtverhältnissen
  • Lange Bärte, Perücken und Kostüme verändern Erscheinungsbild der Figuren
  • Posen der Schauspieler: Pathos, theatralisch, gestellt, gestelzt, opernhaft, schematische Gesten, Menschen wirken wie Skulpturen
  • Inspiration von zeitgenössischer (abstrakter) Malerei (z.B. El Greco, Picasso)
  • Symbolik von Bildelementen, z.B. Auge als Symbol für die Geheimpolizei
  • Experimentelle Verwendung von Farbe im zweiten Teil

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