Intolerance: Love's Struggle Throughout the Ages

(Intoleranz)

David Wark Griffith, 1916 (IMDb)




Der Regisseur



Hintergrund


  • Griffith konzipierte den Film um das bereits gestartete Projekt The Mother and the Law, nachdem er sich wegen The Birth of a Nation (1915) dem Vorwurf des Rassismus ausgesetzt sah; The Mother and the Law als Ausgangspunkt
  • Griffiths Absicht war es, die bei The Birth of a Nation kritisierte Geisteshaltung als eine Form der Intoleranz und diese als Grundeinstellung des Menschen und historisch immer wiederkehrende Triebfeder menschlichen Handelns darzustellen
  • Griffith hatte Cabiria (1914) gesehen und war von der italienischen Filmkunst dermaßen beeindruckt dass er ein noch größeres Projekt in den USA realisieren wollte
  • Kunstwerk von außerordentlichem Ausmaß
  • Riesiger Austattungsfilm, enormer Erzählrahmen
  • Alles ohne Drehbuch
  • Vier analog verlaufende Geschichten im Film zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Stilen:
  1. Die zeitgenössische (damals moderne) Geschichte The Mother and the Law, amerikanischer Stil
  2. Die Passionsgeschichte, tableauhaft
  3. Die Bartholomäusnacht, französischer Stil
  4. Der Fall Babylons, italienischer Stil
  5. (Dazwischen kurze Einspielungen einer schaukelnden Wiege einer "ewigen Mutter" [Lillian Gish])
  • Enorme Produktionskosten: etwa 2 Millionen Dollar, 1916 eine unvorstellbar hohe Summe
  • War großer Flop an den Kinokassen
  • Griffith produzierte den Film selbst und verschuldete sich
  • Die zeitgenössische Geschichte wurde später zu einem eigenen Film umgeschnitten: The Mother and the Law (1919)
  • Erich von Stroheim (Greed [1924]) war einer der Regieassistenten Griffiths

Handlung


Der Film besteht aus vier ineinander verwobenen Handlungssträngen, die jeweils die menschliche Intoleranz und ihre Folgen von der Antike bis zur Gegenwart zum Thema haben. Die einzelnen Zeiten sind symbolisch durch die Gestalt einer "ewigen Mutter", die beständig eine Wiege schaukelt, verknüpft.

Antike Episode
Die antike Episode hat den Fall Babylons im Jahre 539 v. Chr. zum Thema. Der neue Herrscher Belsazar, Sohn des Nabonid, verehrt die Göttin Ischtar. Die Priester des bisher verehrten Gottes Bel intrigieren gegen den König und unterstützen die Eroberung Babylons durch den Perserkönig Cyrus.

Biblische Episode
Die biblische Episode spielt um das Jahr 30 n. Chr. in Judäa. Sie stellt die Intoleranz der Pharisäer als verantwortlich für die Kreuzigung des Jesus von Nazaret dar.

Renaissance-Episode
Der religiöse Konflikt im Frankreich der Renaissancezeit zwischen katholischen Herrschern (Karl IX. und insbesondere seiner Mutter Katharina von Medici) und den protestantischen Hugenotten ist das Thema der dritten Intoleranz-Episode. Er gipfelt 1572 in der Bartholomäusnacht.

Neuzeitliche Episode
Die zeitgenössische Episode spielt im Jahre 1914 im Westen der USA. Die Konflikte ergeben sich aus dem Zusammenspiel von durch von rücksichtslosen Kapitalisten verursachter Armut, die zur Kriminalität verleitet und moralischem Puritanismus, der in Gestalt so genannter Wohlfahrtsorganisationen den Lebensstil des Durchschnittsamerikaners definieren will.

Epilog
Das Ende des Films zeigt Kriegshandlungen, die keiner der Episoden zugehören. Sie stellen den andauernden Ersten Weltkrieg dar. Ein Zwischentitel drückt die Hoffnung auf eine Versöhnung im Frieden aus.

(Quelle: Wikipedia)

Stil


  • Überdimensionale Bauten, mehrere Tausend Statisten
  • Wechselnde Bildformate: horizontaler und vertikaler Cache
  • Keine der Figuren hat einen echten Namen, Griffith wollte die Figuren als Symbol für beliebige Menschen darstellen
  • Einsatz von Parallel- und Kontrastmontage
  • Die Art des Filmschnitts hatte großen Einfluss auf nachfolgende Filme, insbesondere in Europa und der Sowjetunion