Germania anno zero

(Deutschland im Jahre Null)

Roberto Rossellini, 1948 (IMDb)




Der Regisseur


  • Einer der bedeutenden Regisseure des Kinos der Nachkriegszeit
  • Pionier des italienischen Neorealismus (die ungeschminkte Wirklichkeit zeigen; das Leiden unter der Diktatur, Armut und Unterdrückung des einfachen Volkes; dabei schnelles Drehen mit kleinem Budget, wenig/einfachem Equipment, Laiendarstellern)
  • Beneidete das Theater, Schauspieler, Maler und Schriftsteller darum, dass sie für ihre Kunst nicht so viel benötigten wie der Filmemacher
  • Hat das ökonomische Drehen vorangetrieben durch reale Schauplätze, Laiendarsteller, viel Improvisation, kaum oder kein Studiodreh (darüberhinaus wurde durch Entwicklungen wie kleine leichtere Kameras und das Zoomobjektiv das Filmemachen billiger)
  • Vertreter des Autorenkinos, d.h. Wahl der Regisseure oder Autoren nach Personen; Vision des Autoren ohne verfälschenden Geldgeber

Hintergrund


  • Dritter Teil der Nachkriegs-Trilogie Rossellinis: Erster Teil: Roma, città aperta (1945), zweiter Teil: Paisà (1946); die ersten beiden Teile spielen in Italien
  • Im Sommer 1947 mit Laiendarstellern im zerstörten Berlin gedreht
  • Themen: Hunger und Überlebenskampf, Kinder werden ihrer Kindheit beraubt, Trostlosigkeit, Schatten des Nationalsozialismus
  • Alle Personen im Film außer Edmund und seiner Schwester sind ausschließlich mit sich selbst beschäftigt

Handlung


Der 12-jährige Edmund lebt gemeinsam mit seiner Schwester, seinem Bruder und seinem kranken Vater im zerbombten Nachkriegs-Berlin. Er verbringt seine Zeit mit der Suche nach etwas Essbarem. Seine Familie muss mit nur drei Essensmarken auskommen, da sein Bruder sich als ehemaliger Soldat aus Angst vor Bestrafung nicht melden möchte. Edmund vergiftet seinen Vater in der Hoffnung, die Situation zu verbessern. Sein Gewissen und die aussichtslose Lage bewegen ihn dazu, sich am Ende des Films selbst zu töten.

Eine ausführliche Beschreibung der Handlung und der Personen ist im Artikel der deutschen Wikipedia zu finden

Stil


  • Mischung von szenischen und dokumentarischen Stilmitteln
  • Teleobjektive in engen Räumen
  • Viele Schwenks, wenig Schuss/Gegenschuss
  • Einfache, oft melodramatische Dialoge