Alice in den Städten

Wim Wenders, 1974 (IMDb)




Der Regisseur


  • Weicht oft ab von der konventionellen Art und Weise wie Geschichten erzählt werden
  • "Beste Zeit von Wenders" (Zitat F. v. d. K.): Alice in den Städten (1974) bis Der Himmel über Berlin (1987)
  • Macht enorm visuelle Bilder, stark von der Malerei inspiriert (insbesondere Edward Hopper)
  • Oft malerischer Einsatz von natürlichem Licht wie helle Pinselstriche
  • Hat großen Hang zu Amerika, dreht oft in den USA oder macht Filme mit teilweise extremen Amerika-Bezug
  • Großes Wissen über Architektur, großes Geschick in der Abbildung von Architektur (Räume/Orte werden "abgefeiert", z.B. Bibliothek in Der Himmel über Berlin)
  • Reflektiert gern in seinen Filmen das Filmemachen (allgemein: Bilder machen) selbst (z.B. Fotografieren in Alice in den Städten, Film im Film in Der Stand der Dinge)
  • Beeinflusst von Godard (Vivre sa vie), z.B. Pendelbewegungen in Der Himmel über Berlin
  • Große Offenheit, Spontaneität am Set, Eingehen auf Umstände beim Dreh, aber dann auch große Perfektion in der Umsetzung, "auf dem Set vorgeplant"
  • Wirkt in Interviews oft entrückt

Häufige Themen bei Wenders:
  • Leute in Lebenskrisen, "Befindlichkeitskonflikten"
  • Männerfreundschaften
  • Road Movies

Hintergrund


  • Erster Teil der "Road"-Trilogie Wenders: zweiter Teil: Falsche Bewegung (1975), dritter Teil: Im Lauf der Zeit (1976); alle Teile mit Hauptdarsteller Rüdiger Vogler
  • Eigentlich lapidar einfache Story, aber sehr schöne Bilder und tolle Darsteller

Handlung


Der Journalist Philip Winter bringt von einer mehrwöchigen Reise durch die USA statt eines Artikels einen Stapel von Polaroid-Fotos mit. Finanziell abgebrannt und in einer Lebenskrise befindlich, trifft er auf dem New Yorker Kennedy-Flughafen Lisa van Damm und deren neunjährige Tochter Alice. Die Mutter vertraut ihm ihre Tochter an, mit der er nach Europa fliegt. Als die Mutter nicht wie angekündigt einige Tage später nach Amsterdam nachfolgt, fahren Winter und Alice durch Deutschland, um die Oma der Kleinen zu suchen. Alice weiß eigentlich zu wenig, um die Oma tatsächlich finden zu können, was immer wieder zu Spannungen zwischen Philip und Alice führt. Trotzdem entwickelt sich zwischen den beiden so etwas wie eine Freundschaft.

Stil


  • Gedreht in Schwarzweiß auf 35 mm (Kamera: Robby Müller)
  • Einsatz von natürlichem Licht, z.B. Personen in Café nah an Fenster platziert
  • Suche nach der Großmutter macht Großteil des Films aus, daher viele Fahrten durch deutsche Städte

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