M (Fritz Lang, 1931)


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27.04.06:
„M“ ist Fritz Langs erster Tonfilm und weitgefasst auch ein Gangster-Movie.
Das Genre des Gangster Movies fing an mit Beginn des Tonfilms und zeigte, dass „vom Tellerwäscher zum Präsident“ praktisch nur noch im Gangster-Millieu funktionierte.
In Gangsterfilmen sind die Helden faszinierende Leute, bei denen es schwer fällt, sich nicht mit ihnen zu identifizieren, auch wenn es Verbrecher sind. „Das verführerische Böse“. Das Gute wurde als verbohrt, humorlos und langweilig dargestellt.

„M“: Parallelmontage Polizei / Verbrecher. Beide muten wie Zwillinge an.
Der Kindermörder wird so dargestellt, dass er nicht nur ein Monster ist, sondern man mit ihm sogar auch Mitleid bekommt und gewisse Sympathie für ihn hegt, ohne seine Taten zu verharmlosen.

Fritz Lang ließ Dialoge erstmals mit anderen Szenen überlappen: in einer Draußen-Szene fängt plötzlich jemand an zu reden, dann wird auf eine Innen-Szene geschnitten und man sieht den Sprecher. Heute ist diese Methode Gang und Gäbe.

Der Mörder hat ein musikalisches Leitmotiv, „Peer Gynth – in der Halle der Bergkönige“.
Der Mörder pfeift das Lied, der Blinde erkennt es wieder, was zur Falllösung beiträgt. In „Spiel mir das Lied vom Tod“ wurde dies auch angewendet durch die klagende Mundharmonika.

- „Subjektiver Ton“: Die falsch klingende Drehorgel wird durch einen schönen Klang übertönt, als der Bettler sich die Ohren zuhält. -> Er hört die schöne Musik im Kopf.
- Einer erzählt etwas, und gleichzeitig sieht man das Erzählte passieren.
- Einer liest einen Bericht, wir sehen das Geschene, der Sprecher kommentiert ab hier nur noch das Bild.

Zum Tonfilm: Mit der Einführung des Tonfilms waren Filme plötzlich nicht mehr international verständlich. Jetzt mussten von einem Film verschiedene Sprachfassungen gedreht werden. Schauspieler und oft auch die Regisseure wurden für die verschiedenen Sprachen ausgetauscht.

Drehbuchautorin von „M“, Thea von Harbou, recherchierte sehr viel für diesen Film in Kliniken, in denen psychisch kranke Mörder waren. Auch in England.

Symbolik: In Schaufenstern spiegeln sich Messer oder drehende Kreise, dahinter steht ein Mädchen, von diesen Messern eingerahmt.