Robert Flaherty

NANOOK OF THE NORTH (1922)

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I. BIOGRAPHIE

Familie
- * 16.2.1884 Iron Mountain
- Ältester von 7 Geschwistern
- Mutter stammte aus Koblenz
- Vater (irischer Anstammung) = Bergbauingenieur für diverse Minengesellschaften
→ bereits im Alter von 12 Jahren begleitete Robert Flaherty den Vater in entlegene Gebiete Kanadas

Der Weg zum Film
- Robert tritt zunächst in die Fußstapfen des Vaters
- Mit dem Auftrag Eisenerz zu finden wurde R. Flaherty 1910 von dem Unternehmer William Mackenzie (1849- 1923) an die östliche Hudson Bay geschickt
→ erster Kontakt mit den Inuits (Gegend: Port Harrison, wo später sein erster Film entstehen sollte)
- Jahrelange Expeditionen in die östliche Arktis (begeleitet und unterstützt durch Inuits → tiefe Einblicke in deren Kultur und Lebensweise)
- Anfänglich nur Fotokamera, später Film
- Erster Film ging verloren
- Original Filmmaterial der vierten Expedition (1914- 15) verbrannte
- Eine Kopie des verbrannten Material wurde mit mäßigem Erfolg einem kleinen Publikum vorgeführt:
Bilder transportierten nicht die von Flaherty wahrgenommene Dramatik
→ Flaherty erkannte das Film mehr sei als nur ein „visuelles Notizbuch“ und vielmehr ein Instrument des „Ausdrucks“ sei. (Rotha 1983)
- Weitere Reisen zur Hudson Bay, in der Absicht einen Film des „Ausdrucks“ zu drehen
→ August 1920, Flaherty verpflichtet Nanook als Hauptfigur



II. NANOOK OF THR NORTH

1922, s/w 75min,
Tonversion Juli 1947
Neu hg. & restauriert von David Shepard, 64 min
Dt. EA u.d.T.: NANUK, AUS DEM NORDEN, 48 min

Thema
- Die Auseinadersetzung des Menschen mit einer unwirtlichen Natur
- der Kampf des menschlichen Überlebens wird sich als roter Faden durch Flahertys Filme ziehen

Inhalt
- Biographischer Ansatz - Flaherty sah darin die beste Form das Thema nachempfindbar zu vermitteln
- die Protagonisten, ihre Güter & Transportmittel werden vorgestellt
- Texttafel verweist, Hunger sei ein ständige Bedrohung
→ Nanook wird als erfolgreicher Jäger etabiert
- Kamera dokumentiert Alltag: Iglubau, Essen, Schlafen, Spielen etc.

Produktion/ Dreh
- August 1920, Flaherty verpflichtet Nanook als Hauptfigur + drei weitere Familienmitglieder
- Dauer der Dreharbeiten: 1Jahr
- Flaherty produzierte NANOOK inhaltlich wie technisch in Zusammenarbeit mit den Inutits
- Das erste Publikum der Aufnahmen waren die Darsteller selbst
- NANOOK war Flahertys (mitunter Hollywood) Debüt und gilt zugleich als filmische Höhepunkt seines Filmschaffens (weiter Filme konnten nicht an dem Erfolg von NANOOK anknüpfen)
- Nanook und seine Familie verhungerten 1 Jahr nach Ende der Dreharbeiten

Genre
- zur Zeit der ersten Veröffentlichung NANOOKS war das Genre Dokumentarfilm nicht existent.
Dieses etablierte der dogmatischen Produzenten John Grierson (1898 – 1972) in einer Besprechung von Flahertys zweiten Film MOANA (1926), als er dem Film „dokumentarischen Wert“ zusprach. Jene Kennzeichnung trieb die Debatte über filmische Dokumentationen in Gang. Ihr folgte die Kategorisierung von Flahertys Filme als ethnographische Filme





Nanook of the North (Robert Flaherty, 1922)

Der erste vorhandene Dokfilm.
Sollte zuerst ganz authentisch sein, doch dass Filmmaterial verbrannte beim Schnitt.
-> Der Film " Nanook of the North".
Deswegen beinhaltet der Film auch Slapstickhafte Elemente (die gesamte Familie kommt aus einem Kanu hervor).

Es ist auch der erste Tonfilm (wurde nachsynchronisiert)

Die Darsteller waren Laiendarsteller, die taten was sie täglich tun.
Dadurch versprach sich Robert Flaherty eine größere Glaubwürdigkeit.